Zwei Künstler ein Thema

Sibirien ist nicht nur als ein riesiges, lebensfeindliches Land voller Eis und Schnee anzusehen. Seit Jahrtausenden leben dort Menschen angepaßt an die nordasiatische Natur.
Dazu gehören im fernen Osten Sibiriens das Jäger- und Fischervolk der Nanai, früher auch Golden genannt.

Die Nanai wurden von ihren chinesischen Nachbarn früher als - Yupitaze (Fischhaut Tataren) bezeichnet, da ein auffallendes Merkmal ihrer Kultur die Verwendung von Fischleder zur Herstellung von Kleidung war.

Eine weitere Besonderheit der Nanai ist die Verwendung von Geisterfiguren in Tier-, Fabel- oder Menschengestalt. Das Erzählen von Sagen und Märchen liegt jedem Nanai im Blut und eine gute Geschichte dauert viele Tage.

Anatol Donkan,
ein Angehöriger der Nanai, arbeitet vor allem mit Holz und Metall. In seiner Arbeit zeigt er die Wurzeln seines Volkes. Für die Nanai ist jeder Gegenstand beseelt.

Es besteht kein Unterschied: Alles sind "Personen" oder "Leute". So schafft Donkan mit den Mitteln seiner Kunst immer wieder "neue Leute".

Mag. Mareile Onodera,
eine Künstlerin deutscher Herkunft, hat unter Prof. Ernst Fuchs und Prof. Wolfgang Hutter die Tradition der Tempera-Öl-Mischtechnik der flämischen Maler studiert.

Sie lebte lange Zeit mit den Nanai. Ihre Bilder und Märchen erzählen von den Mythen dieses Volkes, von der Landschaft der Taiga, wie sie diese erlebt hat

Zwei Künstler aus verschiedenen Kulturen: Ein Gedanke hat sie zusammengeführt: die Kultur der Nanai zu bewahren.


Aus dieser Idee heraus gründeten die beiden Künstler zuerst in Wladiwostock und seid 1998 in Wien das Amur Art Museum indem nicht nur Kulturgegenstände und schamanische Objekte aus längst vergangener Zeit aufbewahrt werden, sondern wo scheinbar Vergessenes wieder zum Leben gebracht wird.

 

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